Buch-Tipp ...


Die Glasbläserin

Petra Durst-Benning schrieb auch den bekannten Roman und Bestseller: „Die Zuckerbäckerin“

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Meine Buch-Empfehlung heute, steht in ganz engem Zusammenhang mit einer ganz persönlichen Geschichte. Vor Jahren kaufte ich mir dieses Buch, nachdem ich den Klappentext gelesen hatte. Denn ich fand Parallelen zu der Familiengeschichte meiner Vorfahren.

Das Buch:

Lauscha, ein kleines Glasbläserdorf im Thüringer Wald. 1890: Als der Glasbläser Joost Steinmann wenige Jahre nach dem Tod seiner Frau ebenfalls stirbt, stehen seine drei jungen Töchter Johanna, Marie und Ruth völlig mittellos da. Auch in ihrem Haus wurden Glaswaren nach alter Tradition hergestellt, nach der die Männer das Glas blasen, während die Frauen fürs Verzieren zuständig sind. Als eines Tages der berühmte amerikanische Geschäftsmann Woolworth auf seiner Einkauftour durch Europa auf den Lauschaer Christbaumschmuck aufmerksam wird und eine Großbestellung aufgibt, fasst Marie sich ein Herz: Die couragierte und geschäftstüchtige Frau bricht mit allen Regeln und nimmt in der elterlichen Werkstatt den Platz des Vaters ein. Aus ihren Händen entstehen die schönsten Christbaumkugeln, die je in Lauscha produziert wurden. ….

Ein historischer Roman, eine Familiensaga -

Wahr ist, dass in Lauscha der gläserne Christbaumschmuck erfunden wurde, wobei nicht nachzuvollziehen ist, welche Familie damit begonnen hat. Vielmehr steht heute fest, dass es nicht einen „Erfinder“ gab, sondern dass verschiedene Glasbläserfamilien parallel an der Entwicklung arbeiteten. Mit Sicherheit war der Arbeitsalltag genauso hart, vielleicht mitunter härter, als im Buch beschrieben.

Wahr ist auch, dass Franklin Woolworth den Lauschaer Christbaumschmuck nach Amerika importierte. Lauscha ist noch heute die Glasbläserhauptstadt Deutschlands.

Für mich war dieses Buch neben dem Leseerlebnis an sich, ein Eintauchen in eine Welt, die ich gut kannte, aus den Erzählungen meiner Mutter, die aus einer Glasbläserfamilie im Thüringer Wald stammte. Igelshieb, heute ein Ortsteil von Neuhaus am Rennsteig, nur zwei Kilometer von Lauscha entfernt, das letzte Haus Richtung Lauscha, in der Sonnerbergerstraße 244, war ihr zu Hause, bis zu ihrem 16. Lebensjahr.

Aus ihren Erzählungen weiß ich, dass alle Familienmitglieder mitarbeiten mussten. Heimarbeit nach der Schule war für sie nichts Ungewöhnliches. Und wenn die Familie Termine halten musste, wurde so manches Mal bis spät am Abend gearbeitet.

Ich habe noch heute sehr alten Christbaumschmuck aus dem Thüringer Wald. Den hat meine Mutter mitgebracht, als sie 1931 nach Fürstenwalde umsiedelte. Ob sie an der Herstellung dieser silberfarbenen Kugeln selbst beteiligt war, konnte sie nicht sagen. Ihr war das nicht wichtig. Mir schon! Und so rede ich mir ein, diese, leider nur noch sehr wenigen Kugeln, hat meine Mutter geblasen, bemalt, oder wenigstens mit den kleinen Hülsen und geformten Drähten zum Aufhängen versehen.

Die Kugeln hüte ich natürlich besonders, und sie haben für mich persönlich, den höchsten Stellenwert am Weihnachtsbaum, jedes Jahr auf’s Neue.

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© 2014 Rita Kahnt