Fontane 200 ... (-5-)


2019 feiern wir den 200. Geburtstag von Theodor Fontane (1890 bis 1898)

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Auch hier möchte ich noch einmal auf eine interessante Web-Seite hinweisen.

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www.fontane-200.de

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Der Birnenbaum des Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland ist weit über die Grenzen Brandenburgs bekannt.

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

Theodor Fontane

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

ein Birnbaum in seinem Garten stand,

und kam die goldene Herbsteszeit

und die Birnen leuchteten weit und breit,

da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl,

der von Ribbeck sich beide Taschen voll,

und kam in Pantinen ein Junge daher,

so rief er: „Junge, wiste ‘ne Birn?“

Und kam ein Mädel, so rief er: „Lütt Dirn,

kumm man röwer, ick hebb ‘ne Birn.“

So ging es viel Jahre, bis lobesam

der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.

Er fühlte sein Ende. ‘s war Herbsteszeit,

wieder lachten die Birnen weit und breit,

da sagte von Ribbeck: „Ich scheide nun ab.

Legt mir eine Birne mit ins Grab.“

Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,

trugen von Ribbeck sie hinaus.

Alle Bauern und Büdner, mit Feiergesicht,

sangen „Jesu, meine Zuversicht“,

und die Kinder klagten, das Herze schwer,

„He is dod nu. Wer giwt uns nu ‘e Beer?“

So klagten die Kinder. Das war nicht recht,

ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht,

Der neue freilich, der knausert und spart,

hält Park und Birnbaum streng verwahrt,

aber der alte vorahnend schon

voll Misstrauen gegen den eigenen Sohn,

der wusste genau, was damals er tat,

als um eine Birne ins Grab er bat,

Und im dritten Jahr, aus dem stillen Haus,

ein Birnbaumsprößling sprosst heraus.

Und die Jahre gehen wohl auf und ab,

längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,

und in der goldenen Herbsteszeit

leuchtet’s wieder weit und breit.

Und kommt ein Jung übern Kirchhof her,

so flüstert’s im Baume: „Wiste ‘ne Beer?“

Und kommt ein Mädel , so flüstert’s: „Litt Dirn,

kumm man röwer, ick gew di ‘ne Birn.“

So spendet Segen noch immer die Hand

des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

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© 2014 Rita Kahnt