Fontane 200 ... (-4-)

2019 feiern wir den 200. Geburtstag von Theodor Fontane (1819 bis 1898).

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Auch hier möchte ich noch einmal eine interessante Web-Seite empfehlen:

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www.fontane-200.de

Ich lade Euch ein … zu einem Ausflug in den Spreewald.

Als Reiseführer haben wir mal wieder Theodor Fontane höchstpersönlich.

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…seine Worte:

Und dass dem Netze dieser Spreekanäle

nichts von dem Zauber von Venedig fehle,

durchfurcht das endlos wirre Flussrevier

in seinem Boot der Spreewald-Gondolier.

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Aus seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg:

Eine Nachtpost fährt oder fuhr wenigstens zwischen Berlin und Lübbenau. Mit Tagesanbruch haben wir Lübben, die letzte Station, erreicht und fahren nunmehr am Rande des hier beginnenden Spreewaldes hin, der sich anscheinend endlos, und nach Art einer mit Heuschobern und Erlen bestandenen Wiese, zur Linken unseres Weges dehnt. Ein vom Frühlicht umglühter Kirchturm wird sichtbar und spielt eine Weile Verstecken mit uns; aber nun haben wir ihn wirklich und fahren durch einen hochgewölbten Torweg in Lübbenau „die Spreewaldhauptstadt“ ein.

Es ist Sonntag, und die Stille, die wir vorfinden, verrät nichts von dem sonst hier herrschenden lebhaften Verkehr. Die Spreewaldprodukte haben nämlich in Lübbenau ihren vorzüglichsten Stapelplatz und gehen erst von hier aus in die Welt. Unter diesen Produkten stehen die Gurken obenan ……

…..und nach kurzem Gange durch Stadt und Park erreichten wir den Hauptspreearm, auf dem, die für uns bestimmte Gondel bereits im Schatten eines Buchenganges lag.

Wir stiegen ein und die Fahrt begann. Gleich die erste halbe Meile ist ein landschaftliches Kabinettstück und wird soweit durch nichts Folgendes übertroffen, als es die Besonderheit des Spreewaldes: seinen Netz- und Inselcharakter, am deutlichsten zeigt. Der Netz- und Inselcharakter ist freilich überall vorhanden, aber er verbirgt sich vielfach, und nur derjenige, der in einem Luftballon über das vieldurchschnittene Terrain hinwegflöge, würde die zu Maschen geschlungenen Flussfäden allerorten in ähnlicher Deutlichkeit wie zwischen Lübbenau und Lehde zu seinen Füßen sehen……

…..Es ist Sonntag, sagt ich, und die Arbeit ruht. Aber an Wochentagen ist die Straße, die wir jetzt still hinauffahren, von früh bis spät belebt, und alles nur Denkbare, was sonst auf Knüppeldamm und Landstraße seines Weges zieht, das zieht dann auf dieser Wasserstraße hinauf und hinab. Selbst die reichen Herden dieser Gegenden wirbeln keinen Staub auf, sondern werden ins Boot getrieben und gelangen in ihm von Stall zu Stall oder von Wiese zu Wiese. Der tägliche Verkehr bewegt sich auf diesem endlosen Flussnetz und wird nur momentan unterbrochen, wenn auf blumengeschmücktem Kahn, Musik vorauf, die Braut zur Kirche fährt, oder wenn still und einsam, von Leidtragenden in zehn und zwanzig Kähnen gefolgt, ein schwarzverhangenes Boot stromabwärts gleitet….

……Einzelne Häuser werden sichtbar; wir haben Lehde, das erste Spreewalddorf erreicht. Es ist die Lagunenstadt in Taschenformat, ein Venedig, wie es vor 1500 Jahren gewesen sein mag, als die ersten Fischerfamilien auf seinen Sumpfeilanden Schutz suchten. Man kann nichts Lieblicheres sehen als dieses Lehde, das aus ebenso vielen Inseln besteht, als es Häuser hat…..

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Die wenigen ausgewählten Passagen sollen reichen! Na, Lust auf den Spreewald? Und Lust auf Fontane und seine Wanderungen durch die Mark Brandenburg?

Nur zu! Verbal oder im Kahn, alles ist möglich!

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© 2014 Rita Kahnt