Wenn Denkmäler einladen ...


Jedes Jahr im September findet bundesweit der Tag des offenen Denkmals statt. Ganz offiziell spricht man vom European Heritage Day. Das heißt, dieser Tag wird sogar grenzüberschreitend begangen.

Denkmäler gibt es hier genügend, so ganz in der Nähe von Fürstenwalde. Mein absoluter Favorit in Sachen Heritage ist Steinhöfel. In meinem Blog habe ich schon mehrfach über diesen interessanten Ort berichtet – mit dem Schloss Steinhöfel, dem wunderschönen Schlosspark, dem Alten Amtshaus Steinhöfel und der Kirche mitten im Ort.

Auch letzte Woche, zum Tag des offenen Denkmals 2020, waren wir dort. Wir : Familie, Freunde und Nachbarn. Und natürlich haben wir den Nachmittag bei Familie Behnke im Eisgarten des Alten Amtshauses verbracht, mit Kaffee und Kuchen und Live-Musik.

Den Spaziergang durch den Schlosspark, den wir uns noch vorgenommen hatten, haben wir verschoben. Aber den holen wir nach, spätestens, wenn sich im Park das Laub verfärbt.

In meinen Büchern bin ich häufig in Steinhöfel unterwegs, genau wie am Märkischen Meer, natürlich verbal. Das ist das Schöne am Schreiben, wenn man reale Orte und reale Menschen, die man mag, in seine Geschichten einarbeiten kann, und ihnen auf ganz eigene Weise ein „Denkmal“ setzt.

Macht mit mir doch mal einen Spaziergang durch den Schlosspark! Neben einem meiner Romanhelden werdet Ihr z.B. auf Gaby und Andreas Behnke treffen.

Leseprobe aus meinem Roman „Kopf an Kopf in Fürstenwalde“:

… Die Eisgartenchefin berichtet weiter: „Hasso H. Henker war also das erste Mal in Steinhöfel. Es war ein schöner Sommertag, und er schlenderte durch den Schlosspark. Im Schloss, das ja schon seit seiner Restaurierung als Hotel und Restaurant genutzt wird, wurde an diesem Tag eine Hochzeit gefeiert, und Andreas und ich waren ebenfalls eingeladen. Wir konnten aber nicht so lange bleiben, Du weißt ja: das Café …

Im Schlossgarten, unterhalb der breiten Freitreppe spielte Musik. An den kleinen, runden Stehtischen, die mit hübschen weißen Hussen überzogen und mit kleinen, zartrosafarbenen Röschen geschmückt waren, bewegte sich ein Saxophonist zwischen den Hochzeitsgästen hin und her und spielte einfühlsame Melodien. Sky Sax, oder das Saxophon vom Märkischen Meer, wie er auch unter Insidern genannt wird, spielt auf fast jeder Hochzeit hier in der Gegend. Eine Cellistin mit ihrem Instrument saß ein klein wenig abseits, aber dadurch gut sichtbar. Immer wenn die letzten Saxophonklänge verhallt waren, begann sie ihr Cello zu streicheln, und die Blicke so manchen männlichen Hochzeitsgastes blieben immer wieder an der zierlichen Frau hängen. Der Sommerwind trug die Musik durch den Park. Und mir fiel dieser Mann auf, weil er so schick aussah mit seinem schwarzen Anzug und den weißen Haaren. Er gehörte offenbar nicht zur Hochzeitsgesellschaft, aber er schien sich darüber zu freuen, von weitem zuzuschauen. Irgendwann ging er hinüber und gratulierte dem Brautpaar.“ …

Die zierliche Cellistin ist erfunden. Aber „Sky Sax“, das „Saxophon vom Märkischen Meer“ gibt es wirklich. In meinem Buch „Zwischen Spree und Märkischem Meer“ findet Ihr eine Ballade vom „Versunkenen Saxophon“. Darin habe ich sein Saxophon im Märkischen Meer versenkt. Ich glaube, er verzeiht mir das. Es gibt ja auch Denkmäler unter Wasser.

Und wenn Ihr die Ballade lest, dann doch bitte auch gleich die von der „Johannisnacht am Märkischen Meer“! Ihr werdet auf die Moorhexe treffen, auf Theodor Fontane, Maxim Gorki, Max Schmeling und Anni Ondra. Das sind Kultfiguren, Ikonen, echte Legenden, menschliche Denkmäler.

Viel Spaß beim Lesen!

Das hübsche Foto vom Schloss Steinhöfel ist übrigens von Peter Dargatz, einem Fürstenwalder Fotografen. Ein anderes seiner Fotos lieferte die Anregung zum Buchcover von meinem Krimi. Ihr kennt die farbenfrohe Ansicht der Fürstenwalder Mühlenstraße, gemalt, so wie alle meine Buchcover von Gerry Miller.

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© 2014 Rita Kahnt