Lektüre für Schlaflose ...


Mondnacht

Der Mond hat aus dem See getrunken,

weil er so schrecklich durstig war.

Fast wär sein Leuchten dort versunken –

doch wie ein Spiegel, sonderbar,

schwimmt es als silberweißes Funkeln

auf klaren, zarten Kräuselwellen,

die wachgekitzelt von dem Mondlicht,

die Seenacht wunderbar erhellen.

Baumriesen blicken rings am Ufer,

voll Andacht auf das Wasserleuchten,

wollen knorrig alte Wurzelfüße

mit Funkelwasser sanft befeuchten.

Raunen sich zu mit Blätterrauschen:

„Welch wunderschöne Mondscheinnacht!"

Der Wind hält ein, denn er will lauschen,

was Uferbäume glücklich macht.

Baumschatten wiegen sich behutsam,

schmiegen sich an Wellen, ganz im Takt.

Der Mond schiebt eine weiche Wolke

diskret vor ihren Liebesakt.

Kein Tier wagt dieses Spiel zu stören,

der Augenblick ist viel zu schön.

Nur Nachtigallen kann man hören,

ganz weit, ganz fern von dem Geschehen.

- Rita Kahnt -

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